Wichtelgeschenke
Zwölf Euro, jemand, den man aus der Kaffeeküche kennt, und die halbe Abteilung schaut zu. Das ist die eigentliche Aufgabe – nicht Geld ausgeben, sondern etwas finden, das weder peinlich noch beliebig ist.
Ideen festhalten, bevor sie weg sind
Ohne Passwort — die Anmeldung läuft über einen Link per Mail, Google oder Apple.
Etwas Gutes in klein statt etwas Großem in billig: ein anständiger Kaffee, eine Tafel Schokolade, die man selbst nicht kauft, ein Päckchen Samen, ein Stift, der wirklich schreibt. In dieser Klasse gewinnt Qualität in kleiner Menge immer gegen Menge.
Der häufigste Rahmen. Hier passt etwas Regionales – Öl, Honig, Gewürz –, ein kleines Spiel für die Mittagspause oder ein Buch vom Wühltisch, das zu einem Gespräch gehört, das man mit der Person schon geführt hat.
Jetzt wird es persönlich, und genau das ist die Falle: Bei 20 Euro wirkt daneben getroffen schlimmer als bei 5. Sicherer sind Dinge mit Gebrauchswert – eine gute Tasse, ein Notizbuch, etwas zum Aufbrauchen in besserer Qualität.
Wer bei 10 Euro fünfzehn ausgibt, bringt alle anderen in Verlegenheit. Deutlich darunter zu bleiben ist dagegen in Ordnung, solange es nicht lieblos aussieht.
Ein Wichtelgeschenk landet bei jemandem, dessen Geschmack, Wohnung und Regalplatz man nicht kennt. Alles, was bleibt, muss dort einen Platz finden – und Deko, die niemand will, wird zur Aufgabe für den Beschenkten: aufheben, verstauen, irgendwann heimlich wegwerfen.
Was gegessen, getrunken, verbraucht oder verschenkt werden kann, hat dieses Problem nicht. Es ist nach zwei Wochen weg, und was bleibt, ist der Gedanke. Deshalb sind Kaffee, Schokolade, Gewürze und gutes Papier die verlässlichsten Wichtelgeschenke überhaupt – nicht weil sie fantasievoll wären, sondern weil sie niemandem zur Last fallen.
Die zweite verlässliche Kategorie ist das Selbstgemachte: eingelegtes Irgendwas, Kekse, eine Mischung im Glas. Es kostet fast nichts, sieht nach Mühe aus, und die Mühe ist echt.
Nichts, was eine Meinung über ihn ausdrückt: nichts Körperbezogenes, keine Witze über Gewohnheiten, keine Politik. Was bleibt, klingt langweilig und ist richtig – etwas Verbrauchbares in guter Qualität.
Beim Motto-Wichteln ist die halbe Arbeit schon getan; dann gilt nur noch, das Motto ernst zu nehmen. Wer es umgeht, weil ihm nichts einfällt, fällt mehr auf als der, der es schlecht trifft.
Hier darf es persönlich sein, und hier funktioniert das, was im Büro nicht geht: ein Foto, ein Gutschein für etwas Gemeinsames, ein Insiderwitz in Papierform.
Gesucht ist etwas, das zu Hause herumsteht und eine Geschichte hat – nicht etwas, das man extra kauft, um lustig zu sein. Gekaufter Schrott ist doppelt daneben: weggeworfenes Geld und ein Gegenstand, der trotzdem entsorgt werden muss.
Im Oktober fällt einem etwas für die Kollegin ein, gewichtelt wird im Dezember. Auf der Ideenwand steht der Einfall bei der Person, zu der er gehört – ein Satz oder ein Link, mehr braucht es nicht.
Wenn im Team ohnehin Wunschzettel geteilt werden, ist die Ratearbeit vorbei. Wer seine Liste teilt, erfährt übrigens nie, was schon jemand für ihn vorgemerkt hat.
Der Wichteltermin lässt sich als Anlass eintragen, mit Vorlauf. Das ist beim Wichteln wichtiger als beim Geburtstag: Wer am Morgen daran denkt, steht ohne Geschenk da.
Die Preisstufen beginnen bei 5 Euro, dann 10, 15 und weiter – der Rahmen, in dem gewichtelt wird, lässt sich also wirklich einstellen. Darunter macht Kalendo mit Absicht keine Vorschläge: Für drei Euro gibt es nichts zu empfehlen, was eine Empfehlung wäre.
Üblich sind 5 bis 20 Euro, am häufigsten 10. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern dass alle denselben Rahmen kennen – und dass er vorher feststeht, nicht während des Auspackens.
Etwas Verbrauchbares in guter Qualität: Kaffee, Schokolade, Gewürze, gutes Papier. Nichts Körperbezogenes, keine Anspielungen auf Gewohnheiten – im Zweifel lieber unauffällig als originell.
Etwas Kleines in guter Qualität statt etwas Großem in schlechter. Eine besondere Tafel Schokolade wirkt bei fünf Euro besser als ein Gegenstand, dem man den Preis ansieht.
Etwas, das bei dir herumsteht und eine Geschichte hat: das dritte Fondue-Set, die Tasse mit dem seltsamen Spruch, das ungelesene Buch. Extra gekaufter Schrott verfehlt den Sinn – es geht darum, etwas loszuwerden, nicht etwas anzuschaffen.
Ja – die Preisstufen beginnen bei 5 Euro. Dazu kann Kalendo Ideen übers Jahr festhalten, Wunschzettel teilen und rechtzeitig an den Wichteltermin erinnern.
Ideen festhalten, bevor sie weg sind
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